Wissenshunger

Wissenshunger im April: Feige Fortpflanzung

Biblische Blüte: Das umständliche Sexleben der Feige

Sex kann mitunter verdammt umständlich sein. So simpel die Idee klingt (begehren, begatten, bestäuben), so kompliziert hat die Natur sie in manchen Fällen umgesetzt. Zum Beispiel bei der Feige. Für eine erfolgreiche Fortpflanzung müssen in der freien Wildbahn zwei Bäume, drei Blütentypen und ein winziges Insekt ein komplexes Ritual durchlaufen.

Beteiligt an der Obstorgie sind die weibliche Essfeige, die bisexuelle Bocksfeige und die Feigengallwespe. Der Blütenstand der Bocksfeige sieht von außen wie eine kleine Birne aus, die Blüten kleiden die Innenseite aus. Man kann sich das vorstellen wie einen nach innen gestülpten Blumenstrauß.

In einigen der weiblichen Blüten schlummert jeweils ein Ei der Feigengallwespe. Zuerst schlüpfen die männlichen Nachfahren, sie futtern sich aus ihrem grünen Gefängnis, ziehen dann von Blüte zu Blüte und begatten die weiblichen Wespen, die noch in ihren Blüten ruhen. Damit ist die Arbeit der männlichen Wespen auch schon getan, und sie verenden. Die Weibchen hingegen erwachen jetzt erst richtig zum Leben, sammeln Pollen von den männlichen Blüten ein, verlassen den birnenförmigen Blütenstand und fliegen davon auf der Suche nach einem neuen Feigenbaum.

Treffen sie wieder auf eine Bocksfeige, so legen sie in den weiblichen Blüten Eier ab und verenden dann ebenfalls. Das […]

Wissenshunger im Juni: Auf die Gurke gekommen

Die E.coli-Bakterien, die auf spanischen Biogurken gefunden wurden, könnten für den Menschen harmlos sein. Nur für das Ansehen der Gurke nicht

Was für ein vergurkter Monat. Jetzt mal aus Sicht des Gemüses selbst betrachtet. Erst raten die Lebensmittelexperten des Bundesinstituts für Risikobewertung, Gurken, Salat und Tomaten von der Speisekarte zu streichen und dann verkündet die Gurkentruppe vom Hygieneinstitut in Hamburg, dass sie das Übeltäterbakterium vermutlich gefunden hat, ausgerechnet auf spanischen Biogurken.
Inzwischen ist klar, dass die Hamburger Lebensmittelhüter zwar Escherichia coli-Bakterien nachgewiesen haben, aber nicht den Typ O104:H4, der zurzeit Tausende infizierte und Hunderte schwer krank macht. Möglicherweise sind die Erreger auf den Gurken nicht einmal richtige Ehec-Bakterien. Denn als Ehec werden nur die E.coli-Bakterien bezeichnet, die das gefährliche Shigatoxin produzieren und den Menschen krank machen können.
Die Forscher in Hamburg haben zwar nachgewiesen, dass die Gurkenbakterien das Gift herstellen können. Ob sie beim Menschen aber auch eine Krankheit auslösen können, ist unklar. Mikrobiologen gehen davon aus, dass es eine ganze Reihe solcher Shigatoxin-produzierenden E.coli, STEC, gibt, die beim Menschen keine Krankheit verursachen. (mehr …)