Serotyp

  • EHEC-Bakterium
    Permalink Gallery

    GAU im Bakterien-Genom: Wie der EHEC-Erreger entstand und warum er eigentlich EAEC heißt

GAU im Bakterien-Genom: Wie der EHEC-Erreger entstand und warum er eigentlich EAEC heißt

Der EHEC-Erreger ist vermutlich durch das Verschmelzen zweier gefährlicher Keime entstanden

Kenne deinen Feind! So lautet eine Regel des chinesischen Militärstrategen Sun Tzu. Und sie gilt nicht nur bei Kriegen und Schlachten, sondern auch im Kampf gegen Infektionskrankheiten. Denn nur wenn Ärzte und Forscher über einen Krankheitserreger genau Bescheid wissen, können sie die Patienten optimal behandeln, die Quelle schnell eingrenzen, neue Infektionen verhindern.

Deshalb war es für viele Ärzte und Forscher auch schon eine unangenehme Überraschung, als zu Beginn des EHEC-Ausbruchs klar wurde, dass es sich bei dem Übeltäter nicht um einen der üblichen Verdächtigen handelt, sondern um den seltenen Serotyp O104. „Dieser Erreger ist weltweit noch nie als Quelle eines Ausbruchs aufgefallen“, wunderte sich der EHEC-Forscher Helge Karch. Der Stamm war ihm in den vergangenen 15 Jahren nur einmal untergekommen. Das war 2001, bei einem schwer erkrankten Geschwisterpaar aus Köln. (mehr …)

  • Gurke
    Permalink Gallery

    EHEC-Update: Entlastete Gurken, schneller Test, gefährlicher Keim

EHEC-Update: Entlastete Gurken, schneller Test, gefährlicher Keim

Der EHEC-Erreger greift das Gehirn offenbar stark an. Forscher vermuten inzwischen, dass der Keim gefährliche Eigenschaften verbindet, die bisher nicht zusammen aufgetreten sind

Ein langes Wochenende steht bevor, aber ehe ich mich hier verabschiede, die wichtigsten Neuigkeiten zum Thema EHEC:

– Die spanischen Gurken sind (mehr oder weniger) entlastet
Als die Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks am vergangenen Donnerstag vor die Presse trat, verkündete sie einen „großen Erfolg“. Das Institut für Hygiene und Umwelt (HU) hatte den EHEC-Erreger auf spanischen Biogurken nachgewiesen. Aber inzwischen ist klar, dass es nur eine falsche Fährte war.
Weitere Untersuchungen in Hamburg und am Referenzlabor für EHEC am Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin, haben gezeigt, dass es sich bei den Escherichia coli-Bakterien auf den Gurken um einen anderen Stamm handelt als den aus Patienten-Stuhlproben isolierten Typ O104.
Das Institut hatte vergangene Woche nur das Shigatoxin nachgewiesen, dass manche E.coli-Bakterien produzieren. Genau genommen beweist das allerdings noch nicht (mehr …)

EHEC-Epidemie durch seltenen Erreger ausgelöst

E.coli O104 ist offenbar Ursache der Erkrankungen in Deutschland

UPDATE: I have also written an English language article on the topic for the website  of Science magazine, ScienceInsider.

Der EHEC-Erreger, der zurzeit in Deutschland grassiert, gehört offenbar zu einem seltenen Stamm. Das haben erste Untersuchungen des Nationalen Referenzlabors für EHEC-Infektionen in Wernigerode ergeben. “Es sieht im Moment danach aus, als sei ein EHEC vom TYP O104 Ursache der Erkrankungen“, sagte mir heute Klaus Stark, Arbeitsgruppenleiter für gastrointestinale Infektionen und Zoonosen am Robert-Koch-Institut. Dieser E.coli-Typ gehört nicht zur „Fünferbande“, die üblicherweise in Europa Erkrankungen verursachen.

E.coli O104 fiel erstmals 1994 als Krankheitserreger auf. Damals erkrankten im Februar und März mehrere Menschen in Helena, Montana. Sie litten unter schweren Magenkrämpfen und blutigem Durchfall, vier von ihnen kamen ins Krankenhaus. Eine Untersuchung der amerikanischen Seuchenschutzbehörde CDC ergab später, dass E.coli O104:H21 die Ursache der Erkrankung war. Als Quelle der Infektion vermuteten die Seuchenexperten Milch. Fast alle Erkrankten tranken zu Hause Milch der selben Marke. Der Erreger konnte aber weder in der Molkerei noch bei den Kühen nachgewiesen werden. Interessanterweise waren in Montana, ähnlich wie jetzt in Deutschland, mehr Erwachsene als Kinder und mehr Frauen als Männer betroffen.