Fall-Kontrol-Studien

Reden wir übers Essen: Was die Forscher über den EHEC-Erreger herausgefunden haben

Das RKI rät, vorerst keine rohen Tomaten, Salatgurken oder Blattsalate zu essen. Warum?

So schnell hatte dann doch niemand mit einem Ergebnis gerechnet. Kaum einen Tag, nachdem Mitarbeiter des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Hamburg EHEC-infizierte und gesunde Menschen befragt haben, stehen drei Lebensmittel als Hauptverdächtige für den schweren Ausbruch des Darmkeims fest: Tomaten, Salatgurken und Blattsalate.

Aber was genau haben die Forscher gemacht? Wie haben sie die Lebensmittel identifiziert?

Die RKI-Experten haben Detektivarbeit im Zeitraffer geleistet. Noch am Freitag hatte ein vierköpfiges Team nach den ersten Berichten über eine Häufung von EHEC-Fällen begonnen, in Hamburg Patienten zu fragen, was sie in den vergangenen Tagen gegessen hatten. Mit Hilfe der Antworten war dann der Fragebogen verfeinert worden, um eine größere Gruppe von Menschen gezielt befragen zu können. Die zu Grunde liegende Idee ist simpel: Finde heraus, was die Kranken gegessen haben und die Gesunden nicht, und du hast die Quelle. (mehr …)

Kleine Studien, große Irrtümer

Gemüse und Obst senken das Krebsrisiko drastisch, besagten Untersuchungen. Stimmt nicht, weiß man jetzt. Nur Langzeitbeobachtungen sind verlässlich


Es klang so plausibel: Obst und Gemüse helfen gegen Krebs. Das predigten jahre- lang Ärzte und Ernährungsberater. Und sie konnten auf die Wissenschaft verweisen. In sogenannten Fall-Kontroll-Studien wurden Menschen mit Krebsdiagnose mit gesunden Menschen verglichen. Ein wichtiger Unterschied: Die gesunden Menschen nahmen mehr Obst und Gemüse zu sich. Das Krebsforschungsinstitut in den USA zählte 156 Studien, von denen 128 diesen Effekt zeigten. Da war es naheliegend, Vitaminbomben und Grünzeug eine starke, schützende Wirkung zuzuschreiben.

Naheliegend, aber offenbar falsch. Seit 2005 zeichnen zahlreiche Untersuchungen ein ganz anderes Bild: „Wenn es einen schützenden Effekt gibt, dann ist er äußerst gering“, sagt Heiner Boeing von der Abteilung Epidemiologie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam (DIfE). (mehr …)