Gemüse und Obst senken das Krebsrisiko drastisch, besagten Untersuchungen. Stimmt nicht, weiß man jetzt. Nur Langzeitbeobachtungen sind verlässlich


Es klang so plausibel: Obst und Gemüse helfen gegen Krebs. Das predigten jahre- lang Ärzte und Ernährungsberater. Und sie konnten auf die Wissenschaft verweisen. In sogenannten Fall-Kontroll-Studien wurden Menschen mit Krebsdiagnose mit gesunden Menschen verglichen. Ein wichtiger Unterschied: Die gesunden Menschen nahmen mehr Obst und Gemüse zu sich. Das Krebsforschungsinstitut in den USA zählte 156 Studien, von denen 128 diesen Effekt zeigten. Da war es naheliegend, Vitaminbomben und Grünzeug eine starke, schützende Wirkung zuzuschreiben.

Naheliegend, aber offenbar falsch. Seit 2005 zeichnen zahlreiche Untersuchungen ein ganz anderes Bild: „Wenn es einen schützenden Effekt gibt, dann ist er äußerst gering“, sagt Heiner Boeing von der Abteilung Epidemiologie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam (DIfE). (mehr …)