Genetik

Licht an, Krankheit aus

Um Leiden wie Diabetes zu behandeln, wollen Forscher einzelne Gene an- oder ausschalten – mit Lichtwellen

So mancher Forscher hat sich wohl schon gewünscht, er könnte bestimmte Gene einfach wie mit einem Lichtschalter an- oder ausschalten. Genau das hat ein Team von Wissenschaftlern an der ETH Zürich nun bei Mäusen erreicht, die an Diabetes leiden. Indem sie den Tieren Zellen implantierten, die nur bei Bestrahlung mit blauem Licht ein Antidiabetesmittel herstellen, konnten die Forscher den Blutzuckerspiegel der Tiere allein dadurch verändern, dass sie das Licht an- oder ausschalteten.

Dafür nutzten die Forscher um Martin Fussenegger ein lichtempfindliches Molekül namens Melanopsin. Dieses Eiweiß sitzt auf bestimmten Zellen in der Netzhaut und dient dem Gehirn als Taktgeber für die innere Uhr.

Wird das Eiweiß über längere Zeit intensiv mit Licht beschienen, ändert es seine Form und löst in den Nervenzellen eine Kaskade von Signalen aus, die schließlich dazu führt, dass Kanäle in der Zellmembran geöffnet werden, Calciumionen einströmen und die Zellen ein elektrisches Signal an das Gehirn weiterleiten. Sinngemäß melden die (mehr…)

Wissenshunger im Mai: Die Sache mit dem Spargel

Wenn Wissenschaftsredakteure aufgefordert werden, Beispiele für die Grenzen des menschlichen Wissens aufzuzeigen, dann kommen sie meistens mit den ganz großen Kloppern: Warum gibt es Materie? Wie entsteht Bewusstsein? Gibt es intelligentes Leben auf der Erde? Wenn ich das nächste Mal aufgefordert werde, so ein Beispiel zu geben, werde ich sagen: Warum stinkt mein Urin so erbärmlich, wenn ich Spargel gegessen habe?
Das weiß bis heute auch noch keiner. Jedenfalls nicht ganz genau. Und im Gegensatz zu der Frage, was vor dem Urknall war, beschäftigt mich das jetzt in der Spargelsaison fast täglich. Ich bin damit auch nicht allein: Schon Benjamin Franklin erboste sich über den Gestank, während Proust meinte, der Duft verwandele seinen Nachttopf in eine Parfümflasche.
Der polnische Chemiker Marceli Nencki wurde 1891 als Erster tätig: Er ließ vier Männer je zwei Kilogramm Spargel essen, sammelte ihr Urin, untersuchte es und erklärte das Molekül Methanethiol zum Übelriecher. Seitdem haben Forscher rund zwanzig weitere Substanzen zur Ursache des Geruchs erklärt. Welche nun den Großteil des Ärgers verursacht, ist umstritten. Gemeinsam haben sie eigentlich nur eines: Sie enthalten mindestens ein Schwefelatom. Damit können sie, beim Kochen oder im […]