Cranberrys sind keine Gesundheitsfrucht: Von Beeren und Blasenentzündungen

Kennen Sie die Großfrüchtige Moosbeere? Nein? Wahrscheinlich ist ihnen die Frucht schon häufiger begegnet, allerdings unter dem Namen „Cranberry“. In einem Cosmopolitan etwa gehört ihr Saft neben Cointreau und Wodka zu den wichtigsten Zutaten. Und wenn Sie die 90er-Jahre und ein paar sexbesessene New Yorkerinnen nicht verschlafen haben, dann haben Sie irgendwo in dem „Sex and the City“-Hype zumindest von dem Cocktail schon einmal gehört.

Als Großfrüchtige Moosbeere wäre dem Früchtchen der Weltruhm vermutlich verwehrt geblieben. Aber weil „Cranberry“ irgendwie „healthy“ und „sexy“ klingt, ist die Beere inzwischen ihrem Schattendasein als Barkeeperbeigabe entkommen und wird als Gesundheitsbeere gefeiert. Sie soll das Gedächtnis verbessern, im Mund Bakterien bekämpfen, Krebs vorbeugen und – sollte man das zu spät erfahren haben – noch die Nebenwirkungen der Chemotherapie mildern. Das Übliche halt. Und wie üblich gibt es keine guten Beweise für irgendeine dieser Behauptungen.

Tatsächlich gibt es nur einen wichtigen Gesundheitseffekt, der seit Jahren von vielen (mehr …)